Weil man den Oberflächeninhalt eines regelmäßigen dreiseitigen Pyramidenstumpfs nicht auswendig lernen muss!

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt sprechen sich gegen die Abschaffung des Tafelwerks an Sachsen-Anhalts Schulen bis 2025 aus!

Psychische Gesundheit im Schulalltag ernst nehmen

Psychische Erkrankungen sind seit der Corona-Pandemie rasant gestiegen. Besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leiden unter den sozialen Folgen der Corona-Maßnahmen. Schule nimmt im Alltag von Kindern und Jugendlichen viel Zeit und Energie ein. Lehrer sollten nicht nur Fachwissen und ein solides Fundament an Werten und Kompetenzen für das spätere Leben vermitteln, sondern sie sollten auch sensibilisiert sein, gezielt mit psychisch erkrankten Schülern und/oder Schülern aus problematischem Umfeld umzugehen. Fehlendes Wissen und Stigmatisierung in der Gesellschaft erhöhen den Leidensdruck Betroffener oftmals. Abwertung psychisch kranker Menschen ist mit unserer modernen Zeit und unseren Grundrechten nicht vereinbar. Die psychische Gesundheit jedes Einzelnen entscheidet über die Selbstbestimmung. Stigmata und Vorurteilen wollen wir Junge Liberale entgegenwirken, Hilfsangebote verbessern und die Präventionsmaßnahmen an den Schulen reformieren. Deshalb fordern wir Junge Liberale:

  1. Aufklärungs – und Präventionsarbeit im Schulalltag und Schulunterricht zu integrieren und ein ganzheitliches Konzept durch ein Expertengremium für die Schullandschaft Sachsen-Anhalts zu erstellen, d.h. Präventionsarbeit in den Lehrplan an weiterführenden Schulen aufzunehmen und Projekte und Klassenbesuche stattfinden zulassen, welche durchgeführt werden von Lehrern, Schulpsychologen und externen Experten.
  2. besonders bei der Ausbildung für Lehrer an weiterführenden Schulen Grundlagenveranstaltungen Psychologie und Pädagogik so auszubauen und anzupassen, dass Lehrer psychisch Erkrankte erkennen und weiterführende Informationen bereitstellen können.
  3. zudem regelmäßige Fortbildungen für Lehrer zu ermöglichen, um einen besseren Umgang mit psychisch erkrankten Schülern zu fördern und so ihrem pädagogischen Auftrag besser nachkommen zu können.
  4. Stellen für Schulpsychologen auszubauen. Schulpsychologen unterstützen Lehrkräfte und betroffene Schüler und jeder Schüler muss die Möglichkeit haben, bei Leidensdruck einen Schulpsychologen aufsuchen zu können.
  5. die Finanzierung von außerschulischer Kinder – und Jugendseelsorge und Beratungsangeboten sicherzustellen.

Mehr politische Bildung wagen!

Politische Bildung in Schulen bekommt gegenwärtig zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei findet häufig der erste Kontakt von Kindern und Jugendlichen mit politischen und gesellschaftlichen Sachverhalten im Sozialkunde-Unterricht statt. Umso wichtiger ist es, den Schülerinnen und Schülern frühzeitig die Vorzüge der Demokratie, der Menschen- und Freiheitsrechte, der Rechtsstaatlichkeit, sowie des friedlichen Miteinanders zu vermitteln. Die Werte unserer Republik sind keine Selbstverständlichkeit und müssen sich ständig neuen Herausforderungen stellen, deshalb bedarf es ständigen aktiven Einsatz. Wir Junge Liberale fordern deshalb eine Verstärkung des Sozialkunde-Unterrichts mit Hilfe folgender Maßnahmen. An der Sicherung eines verpflichtenden Politik-Unterrichts an sämtlichen weiterführenden Schulen ab der 8.Klasse fest halten wir fest. Wir fordern einen engeren Einbezug der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, welche weiterhin unabhängige, überparteiliche politische Bildungsarbeit im Einklang mit den Wertvorstellungen des Grundgesetzes durchführt. Ebenso ist eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch Extremismusprävention in Form der Auseinandersetzung mit Diktaturen und des Nationalsozialismus Kern politischer Bildung. Verantwortlichkeiten für Krieg, Zerstörung und Elend müssen klar aufgezeigt werden. Die Lehren der nationalen Geschichte sollen mit verpflichtenden Besuchen in mindestens einer NS- und DDR- Gedenkstätte im Schulablauf eingegliedert werden und fachübergreifend thematisiert werden. Hierbei sollen Lehrer unterstützt und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Parlamente sind das Herz einer Demokratie, verpflichtende Besuche dieser verringern die Distanz politischer Entscheidungen und wecken politisches Interesse bei Schülerinnen und Schülern. Die Möglichkeit der Parlamentsbesuche soll ausgebaut und Anreize für Lehrer, diese zu nutzen, geschaffen werden. Im Deutschunterricht soll begründetes Argumentieren gefördert und erlernt werden. Für den Sozialkundeunterricht stellt dies eine Grundlage für die politische Debatte dar und schafft politische Beteiligung. Zudem sollen durch die Schüler, ohne inhaltliche Einflussnahme der Lehrer, unterschiedliche Auffassungen abwägend debattiert und zwischen Alternativen entschieden werden. Diese Kompetenzen können vor allem durch umfassende Projektarbeiten erlernt werden, indem zum Beispiel Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz mit all seinen Facetten tiefgründig analysiert werden. Politische Planspiele in Kooperation mit Institutionen wie der Landeszentrale für politische Bildung oder den Jugendoffizieren der Bundeswehr, tragen ebenso dazu bei, die erforderlichen Kompetenzen zu erlernen und daher sollen Schüler mindestens zweimal die Möglichkeit bekommen, teilzunehmen. Abschließend fordern wir die Stärkung der Schülervertretungen und Jugendparlamente. Hier können junge Menschen erste Rollen übernehmen, sich engagieren und die Debatte in realer Form mitgestalten.

Strategie statt blindem Aktionismus – Digitalisierung konsequent und nachhaltig

Wir begrüßen es, dass die Landesregierung Sachsen-Anhalt umfassende Investitionen in die Digitalisierung plant. Damit diese Mittel allerdings auch sinnvoll eingesetzt werden, fordern wir die Landesregierung dazu auf, im Vorfeld zu jeder größeren Investition eine Digitalstrategie zu entwerfen. 

Damit wollen wir sicherstellen, dass Fehler aus dem Digitalpakt vom Bund nicht wiederholt werden, sondern sich zum einen am Bedarf orientiert wird und zum anderen auch Weiterbildungen von Personal nicht vergessen werden. Wir fordern daher alle Ministerien dazu auf, Digitalisierung ganzheitlich zu denken und nicht nur in Technik.

Kein Fußbus ab der 11. Klasse – Kostenfreie Schülerbeförderung bis zum Abitur!

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt fordern das Land Sachsen-Anhalt dazu auf, die Kosten für die Schülerbeförderung für Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 11 bis 12 der Gymnasien und der Schuljahrgänge 11 bis 13 der Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen und Freien Waldorfschulen im gleichen Rahmen wie andere Schülerfahrtkosten zu erstatten. Die Bestimmungen über die Schülerbeförderung nach § 71 des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (SchulG LSA) sind entsprechend anzupassen. Die Zuständigkeit der Landkreise und kreisfreien Städte als Träger der Schülerbeförderung bleibt davon unberührt.

 

Dem Lehrermangel entgegenwirken

Der Lehrermangel gehört schon jetzt zu den zentralen politischen Problemen in Sachsen-Anhalt und wird sich in Zukunft noch weiter verschärfen. Die Jungen-Liberalen Sachsen-Anhalt fordern daher:

  1. Die universitäre Studienberatung muss angehende Lehramtsstudenten deutlich stärker auf den prognostizierten Bedarf von Lehrkräften in den einzelnen Schulformen und Fächerkombinationen hinweisen. Das Land Sachsen-Anhalt soll hierfür regelmäßig den prognostizierten Bedarf an Lehrkräften veröffentlichen und für angehende Lehramtsstudenten leicht zugänglich machen. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Ampelsystem wie in Sachsen. Für die Übernahme eines Mangelfaches sollen besondere Anreize geschaffen werden, beispielsweise ein monatliches Büchergeld.
  2. Solange in ländlichen Regionen weiterhin massiver Lehrermangel herrscht, soll für Studenten, die sich dazu verpflichten, für mindestens zehn Jahre in einer ländlichen Region mit Lehrermangel zu unterrichten, ein Landlehrerstipendium in Höhe von 300 Euro pro Monat eingeführt werden. Eine Bewerbung soll ab Beginn des Studiums möglich sein.

Freiheit für Schüler, Kompetenzförderung einsetzen!

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt fordern die Oberstufenverordnung des Landes Sachsen-Anhalt so zu ändern, dass auch die Fächer Geschichte, Geographie und Sozialkunde auf erhöhtem Anforderungsniveau belegt und unterrichtet werden können.

Freude statt Frustration im Sportunterricht

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt sind der Überzeugung, dass ein gut ausgestalteter Sportunterricht mit einer pädagogischen Akzentuierung nicht durch Vereinssport ersetzt werden kann. Vereinssport kann lediglich einen mangelhaft ausgestalteten Sportunterricht ersetzen, welcher Leistung fast ausschließlich durch körperlich-motorische Merkmale definiert und somit bei vielen Kindern und Jugendlichen für Frustration sorgt. Ein erziehender Sportunterricht lässt Kinder und Jugendliche den Wert des Sporttreibens für das eigene Leben erkennen und fördert zudem die soziale, emotionale und geistige Entwicklung. Dabei ermöglicht er allen Schülerinnen und Schülern Erfolgserlebnisse durch vielfältige Erfahrung, steigert deren Selbstwertgefühl und befähigt zur Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. 

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt fordern deshalb:

  • den Beschluss zur Liberalisierung des Sportunterrichts zu revidieren
  • eine individualisierte Leistungsbewertung im Sportunterricht, welche Anstrengung, Motivation und pädagogische Aspekte stärker berücksichtigt
  • frühzeitige Weiterbildungen für Lehrkräfte bei neuen Lehrplankonzepten

Der Markt macht es nicht allein: Für sinnvolle Kulturförderung

Die Buchpreisbindung soll erhalten bleiben.

Für echte Forschungsfreiheit – Keine Zivilklausel in Sachsen-Anhalt

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt sprechen sich grundsätzlich gegen die Einführung einer sogenannten Zivilklausel im Hochschulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt oder an einzelnen Hochschulen in Sachsen-Anhalt aus.