Nachgelagerte Studiengebühren einführen!

Die Hochschulen Sachsen-Anhalts sollten in Zukunft nachgelagerte Studienbeiträge dürfen. Dafür muss jeder Student bei der Immatrikulation einen kreditvertrag mit der Investitionsbank Sachsen-Anhalt schließen. Dieser ist zunächst über eine Höhe von 500€ x durchschnittlich Studienzeit und soll flexibel an die Studiendauer angepasst werden. Das Geld ist von der Investitionsbank direkt an die Hochschulen auszuzahlen und darf von diesen nur zur Verbesserung der Lehre verwendet werden. Nach Abschluss des Studiums muss der Kredit zinsfrei an die Investitionsbank zurückgezahlt werden. Der Student ist verpflichtet diesen 5 Jahre nach dem Studium zurückzuzahlen. Alternativ dürfen die Studienbeiträge auch direkt entrichtet werden. Bei einem Studiengangwechsel oder Abbruch des Studiums innerhalb der ersten zwei Semester ist eine Rückzahlung nicht erforderlich. Das Konzept der Langzeitstudiengebühren sollte darüber hinaus ergänzend beibehalten werden.

Digitalisierung der Hochschulen in Sachsen-Anhalt

Im Bereich der Bildung wird oft über die Chancen und die Bedeutung der Digitalisierung gesprochen, allerdings werden diese Ideen in der Praxis bisher viel zu wenig umgesetzt. Sachsen-Anhalt sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und an die Möglichkeiten der Digitalisierung an seinen Hochschulen voll ausnutzen. Dieser wichtige Schritt darf nicht versäumt werden.

Bibliotheksbestände Digitalisieren

Alle Werke in den Hochschulbibliotheken sollen in Zukunft nicht mehr nur in gedruckter Form, sondern auch als E-Book zur Verfügung gestellt werden. Anfangs sollte der Fokus hierbei vor allem auf Standardwerken und wichtigen Lehrbüchern liegen. Bei der der Digitalisierung muss darauf geachtet werden, dass die Rechte von Verlegern und Autoren nicht verletzt und ihre Interessen angemessen gewahrt werden.

Übertragung von Vorlesungen

Um überfüllte Hörsäle zu verhindern, sollen stark besuchte Vorlesungen, vor allem Einführungs- und Pflichtvorlesungen, live-gestreamt und auf einer landesweiten Plattform dauerhaft online zur Verfügung stehen. Dadurch können Studenten die Vorlesungen besser nacharbeiten und die Bildungsangebote anderer Hochschulen nutzen. Die Universitäten werden aufgefordert, die dafür notwendige Infrastruktur einzurichten und die Möglichkeit der Übertragung bei Professoren und Dozenten aktiv zu bewerben.

Anbieten von Massive Open Online Courses (MOOCs)

Im Zuge dessen soll den Dozenten auch die Möglichkeit gegeben werden, ihre Vorlesungen online als MOOCs anzubieten, an denen auch Nicht-Studenten in begrenzter Zahl teilnehmen können und nach einer erfolgreich bestandenen Klausur ein Zertifikat erhalten. Um die Lehrstühle und Korrektoren nicht übermäßig zu belasten soll für die Kurse eine Gebühr erhoben werden, mit der zusätzliches wissenschaftliches Personal finanziert werden kann. Es muss stets sichergestellt werden, dass die klassische Lehre nicht unter den MOCCs leidet.

Campuslizenzen

Für alle wichtigen Arbeitsprogramme und Datenbanken sollen Campuslizenzen erworben werden, sodass diese den Studenten gratis zur Verfügung gestellt werden können. Gleichzeitig sollen auch Fortbildungsmöglichkeiten für diese in ausreichender Zahl angeboten werden. 35

Flächendeckendes schnelles unbeschränktes WLAN

An allen Hochschulen in Sachsen-Anhalt soll den Studenten und Mitarbeitern ein lückenloses, leistungsstarkes und unbeschränktes WLAN zur Verfügung stehen, um eine freie und effektive Forschung zu ermöglichen.

Online Wahlen

Eine Stimmabgabe bei der Wahl von studentischen Gremien soll grundsätzlich auch online möglich sein, die Entscheidung darüber verbleibt aber bei den einzelnen Hochschulen. Der Datenschutz muss hierbei auf jeden Fall gewahrt werden. Bei Bedarf sollen die Hochschulen, bei der Einrichtung einer technischen Lösung, die eine geheime Wahl sichert und leicht bedienbar, ist vom Land unterstützt werden. Hierbei soll das zertifizierte Online-Wahlangebot als Vorbild genutzt werden.

Hochschulpolitik transparent machen

Um auch das Handeln hochschulpolitischer und studentischer – vor allem der Studierendenräte –Gremien transparenter zu gestalten, sollen deren Sitzungen auf universitären Plattformen für Studenten und Angestellte der Universitäten und Hochschulen leicht zugänglich live übertragen werden.

Landesweite Plattform für den Austausch von Lehrmitteln

Es soll eine landesweite Onlineplattform eingerichtet werden, auf welcher Dozenten freiwillig ihre Lehrmaterialen anderen Dozenten zur Verfügung stellen können.

Digitalisierung der Verwaltung

Auch die Verwaltung der meisten Hochschulen muss modernisiert und vereinfacht werden. Dadurch sollen Prozesse beschleunigt und der Zugang, beispielsweise durch Online-Anträge erleichtert werden.

Umsetzung

Für die Umsetzung dieser und weiterer Initiativen fehlen vielen Hochschulen, sowohl die Mittel als auch das Personal. Daher müssen sowohl vom Land als auch vom Bund deutlich mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um die Digitalisierung der Hochschulen effizient umzusetzen. Auch müssen diese Maßnahmen stets dem Anspruch genügen die Lernsituation zu verbessern und die Hochschulen freier und effizienter zu gestalten. Rein symbolische Maßnahmen, die keinen Inhalt haben, sowie bürokratischer und zeitlicher Mehraufwand für Dozenten und Studenten müssen vermieden werden. Langfristige Planung und eine solide Finanzierung sollen kurzfristige und planlose Initiativen ohne Mehrwert verhindern. Auch muss die Hochschulautonomie stets gewahrt bleiben.

Gegen die Genderisierung der deutschen Sprache

Die Stadt Hannover hat beschlossen, dass die gesamte städtische Verwaltungssprache „geschlechtergerecht“ gegendert werden soll. So soll das Rednerpult in Zukunft Redepult heißen. Diese Form der falschverstanden Gleichstellungspolitik lehnen wir strikt ab.

  1. Gendersprache verfälscht die deutsche Sprache! Ein „Studierender“ ist eine Person, die im Moment des Sprechers studiert.
  2. Gendersprache diskriminiert das dritte Geschlecht! Während das grammatische Geschlecht immer Ganzheiten formuliert und damit alle benannten Personen inkludiert, selektiert Gendersprache nach Geschlechtern.
  3. Freie Evolution, statt linke Sprachrevolution! Wir wenden uns nicht gegen sprachliche Wandelprozesse! Dort aber, wo ein solcher Prozess von oben verordnet wird, greift er in die Sprach- und Ausdrucksfreiheit von Individuen ein, führt zur Verfälschung der Grammatik und wendet sich eklatant vom normalen Sprachgebrauch der (in der Regel nicht Gender-Studies-Studierenden) Bürger ab. Daher lehnen wir solche Eingriffe als illiberal strikt ab.

Digitalisierung in der Bildung geht noch besser

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt begrüßen das Konzept der Landesregierung zur Digitalisierung in der Bildung, sehen jedoch Verbesserungs- und Erweiterungsbedarf darin. Hierzu ist nötig, dass:

Die bisher vorgesehenen Geldmittel stark erhöht werden, um die Ziele des Papiers realistisch umsetzen zu können.

• Die mediale Qualifizierung der Lehrkräfte intensiviert und bereits im Studium verstärkt als Kernkompetenz verankert wird

• Grundlegende Kompetenzen im Rahmen eines Pflichtfachs vermittelt werden und nur erweiterte Kenntnisse Inhalt eines Wahlpflichtfachs sind. Grundlegend sind für uns der verantwortungsvolle und kritische Umgang mit sozialen Netzwerken, Informationsquellen und modernen IT-Geräten

Des weiteren fordern wir, dass:

• Eine Landesweite Bildungscloud unter Beachtung aller Datenschutzvoraussetzungen umgesetzt wird. Nur so kann eine endgeräteunabhängige Lösung aussehen.

• Der Wandel im technischen Bereich stets im Blick behalten wird und bei gravierenden Änderungen im technischen Bereich seitens der Regierung gehandelt werden soll

NC an die Realität anpassen – Abiturprüfungen vereinheitlichen

Zur Zeit wird in den führenden deutschen Medien über eine generelle Abschaffung des Numerus Clausus diskutiert. Dabei wird übersehen, dass der NC den Sinn hat, Studiengänge zu regeln, auf die es mehr Bewerber als verfügbare Studienplätze gibt. Zur sinnvollen Umsetzung des Leistungsprinzips ist es nötig, dass überall in Deutschland die Hochschulzugangsberechtigungen vergleichbar sind.

Deshalb fordern die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt, dass zunächst die Vereinheitlichung von Hochschulzugangsberechtigungen im Bundesgebiet vorangetrieben wird, anstatt NCs einfach abzuschaffen.

Unsicherheit bekämpfen –BaföG-Förderungsdauer verlängern

Wir fordern, die BAföG-Förderungshöchstdauer um ein Semester über die Regelstudienzeit hinaus zu verlängern. Auf diese Weise können nicht nur die Folgen inkonsequenter Regelungen in den jeweiligen Prüfungsordnungen abgefangen werden, durch dieses zusätzliche Semester können auch in den persönlichen Lebensumständen der Studenten liegende Umstände, die zwar das Studium verlängert haben, aber nicht für eine Verlängerung des Förderungszeitraumes ausgereicht haben, nicht sofort zu einer Finanzlücke bei Studenten führen.

Latinumszwang überdenken

Für die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt steht ein möglichst selbstbestimmtes Studium im Mittelpunkt. Studierende sollen individuell entscheiden können wie sie ihr Studium gestalten und dabei möglichst wenigen Vorschriften unterworfen sein. Deshalb fordern wir Anforderungen an Studierende, die über Klausur-/Abgabeleistungen hinausgehen, nur dann zuzulassen wenn eine klare fachliche Relevanz zum Studium vorhanden ist.

Die allgemeine Pflicht zum Nachweis des Latinums wird den differenzierten Anforderungen verschiedener Studiengange nicht gerecht. Wir fordern das Latinum durch eine fachgebundene Prüfung im Rahmen des Studiums zu ersetzen. Eine solche Prüfung erlaubt es individuelle Schwerpunkte zu setzen, gleichzeitig ist so sichergestellt, dass die Studienleistungen der Studierenden auch mit entsprechenden Leistungspunkten honoriert werden. Das Latinum ist als äquivalent zu den fachgebundenen Prüfungen anzuerkennen.

Wir lehnen ein Latinum nicht ab, plädieren jedoch dafür, dass es an die jeweiligen Studiengänge in Form von fachspezifischen Lateinkursen angepasst werden kann, sodass der Output in den Fächern letztendlich effizienter wird. Denn nicht immer ist ein mindestens äquivalentes Latinum die zielführende Variante im Studium.

Den Schulen mehr Verantwortung geben

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt setzen sich dafür ein, den Schulen die komplette Verantwortung über ihr Personal zu übertragen. In diesem Zusammenhang fordern wir an den Schulen Verwaltungsangestellte, um die Schulleitung zu entlasten. Eine Ansiedlung der kompletten Personalhoheit beim Bildungsministerium wird abgelehnt.

Wir lassen die Schule im Dorf

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt lehnen die durch die Landesregierung geplanten Grundschulschließungen ab.

Die durch die schwarz-rote Regierung Sachsen-Anhalts vorgegeben Mindestschülerzahlen und täglichen Beförderungszeiten sind insbesondere in Regionen mit weniger als der Hälfte der durchschnittlichen Einwohnerdichte Sachsen-Anhalts nicht kindgerecht umsetzbar. Wir setzen uns dafür ein hier weiterhin abweichende Mindestschülerzahlen für Grundschulen zu ermöglichen.

Um die finanziellen Belastungen für das Land bei der Erhaltung dieser Zwergschulen zu minimieren, muss fallbezogen auch die Möglichkeit zur Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht und Anteilen von Homeschooling geprüft werden.
Zudem ist die Umwandlung von Zwergschulen in Außenstellen von „großen“ Grundschulen zu prüfen, bei denen kein kompletter Lehrerstamm mehr vorgehalten wird, sondern über sogenannte Springer abgedeckt wird.

BAföG entbürokratisieren

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt fordern ein generell vom Einkommen der Eltern unabhängiges BAföG.
Im Gegenzug ist die Zahlung von Kindergeld an Studenten oder deren Eltern einzustellen.